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Der Ursprung des Biergartens und der bayerischen Biergartenkultur

Leerer Biergarten
So sieht der klassische Biergarten aus. Bild: Markus Bormann/Fotolia.com

Nein es war kein Anfall geistiger Umnachtung, der den Biergarten ins Leben rief, sondern eine geniale Idee der Münchner Bierbrauer! Das Wort Biergarten ist weltweit mittlerweile jedem ein Begriff. Doch die wenigsten haben eine Ahnung davon, wo die Ursprünge liegen und wie der Biergarten überhaupt entstanden ist. Ja es fällt leicht zu sagen, ach die Bayern sind eh so meschugge, die haben sich das einfach im Rausch ausgedacht! Sozusagen als bayerisches Elysium. Ich gebe zu so ganz abwegig ist diese Idee nicht, aber ganz so war es dann doch nicht. Wir Bayern sind ja bekannt dafür, dass wir gerne Bier trinken. Das Problem war aber, dass die damalige Brauart des untergärigen Bieres eine kühle Lagerung erforderte, sonst wurde es schnell ungenießbar. Blöd, dass es noch keine Kühlschränke gab! Also blieb dem Bayer lange Zeit nichts anderes übrig, als seinen Bierkonsum auf die Wintermonate zu beschränken, denn da konnte dieses kostbare Getränk gelagert werden. Die Münchner Bierbrauer hatten jedoch im frühen 19ten Jahrhundert eine weitreichende Idee um dieses tiefschürfende bayerische Problem zu lösen! Sie legten einfach in den Flussterrassen der Isar tiefe Keller an. Damit die Keller auch ja schön im Schatten lagen, pflanzten sie flach wurzelnde Kastanienbäume. Dies war wichtig, damit die Wurzeln nicht das Kellergewölbe schädigten. Ebenso streute man Kies auf den Boden des Hangs um die Temperatur der Keller weiter zu senken. Diese neuen Bierkeller, die es nun erlaubten auch im Sommer Bier zu brauen und zu lagern, sprachen sich schnell in der Münchner Bevölkerung herum. Und wenn das Bier nicht zu einem kommen kann, dann kommt man eben zum Bier! Also zog es die Städter rasch in die Isarauen vor die Stadt hinaus um es sich dort auf den schlichten und einfachen Holzbänken gemütlich zu machen. Die Biergartenkultur war geboren!

Biergarten am See
Schild welches die Biergartenkultur in Kürze erklärt.

In jedem Biergarten, der auch wirklich ein echter Biergarten ist, ist es erlaubt sein eigenes Essen mitzubringen! Diese unübliche Praxis kommt auch aus dieser Zeit. Bei den Bierkellern handelte es sich lediglich um einen Bierausschank und keinen Gastronomiebetrieb. Auch wurde zum Schutz der kleinen Münchner Bierbrauer im Jahre 1812 das Gesetz verhängt, dass die großen Bierkeller auch weiterhin kein Essen augeben durften. Dadurch sollte eine übermäßige Abwanderung der Gäste verhindert werden. Aber schlau wie der Münchner nun mal ist, nahm er einfach seine eigene Brotzeit mit! Obwohl es dieses Gesetz heute nicht mehr gibt und jeder Biergarten eine große Auswahl an bayerischen Schmankerln anbietet, ist es nach wie vor erlaubt seine eigenen Speisen mitzunehmen. Nur das Bier muss vor Ort gekauft werden! Gerade das traditionelle Ambiente mit den spartanischen Holztischen und Bänken, den Kastanien, dem Kiesboden und seiner einfachen Schlichtheit macht den Biergarten zu unserem Lieblingsort. Ein Phänomen welches ich immer wieder gerne beobachte ist, dass der Biergarten alle gleich macht. Sobald die Eingangstore durchschritten sind, ist jeder Standesdünkel, jedes Bewertungsdenken wie ausgelöscht. Da sitzt der Rechtsanwalt Dr. Sowieso neben dem Tischler Müller und unterhält sich angeregt. Die Zamperl kläffen sich unterm Tisch an und die Kinder rennen wie wild durcheinander und niemand regt sich auf. Das ist wahre Herzensmeditation! Dafür muss man nicht mal ins Kloster gehen, sondern einfach nur in den Biergarten. Der Biergarten ist für uns viel mehr als nur ein schönes Ausflugsziel an Wochenenden und Feiertagen. Er ist ein Ort der Tiefenentspannung, des Stressabbaus und der Glückseligkeit. Unser bayerisches Elysium!

Anbei eine kleine Liste meiner absoluten Lieblingsbiergärten:

Biergärten in München:

Biergärten außerhalb von München:



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